Wer sind Mutmenschen?

Wir sind das! Wir werden auch oft Generation Z, Generation What?, Generation Smartphone und sonst irgendwie genannt. Viele Studien beschäftigen sich mit uns und unseren Lebensentwürfen, aber in greifbare Nähe rückt unsere Zukunft irgendwie nicht. Das liegt vermutlich auch daran, dass die meisten, wenn es um Beteiligung, Politik und Verteilungsfragen geht, an die eigene Tasche denken. Doch wir – diese Jugend, von der immer alle reden – sind die Menschen, die noch eine ganze Weile länger auf der Erde leben wollen und da ist es keine gute Idee, Ressourcen zu verbrennen, die Umwelt zu vergiften und gesellschaftliche Entscheidungen von Wahlperiode zu Wahlperiode zu treffen.

Sich einzumischen, mitzudiskutieren und Standpunkte zu vertreten braucht eine große Portion Mut und genau deshalb nennen wir uns selbst Mutmenschen. Wir wollen mutig sein, generationen- und parteiübergreifend Zukunft gestalten: in den Betrieben, in den Dörfern und Städten, in unserer Gesellschaft.

Heute unser Morgen denken!

Menschenwürdiges Leben

Ausbeutung von Menschen, Angst, die eigene Identität auszuleben und kriegerische Glaubens- und Ressourcenkonflikte prägen das Bild in den Medien. Uns bewegen diese Eindrücke jeden Tag. Wir verstehen uns als Teil einer internationalen Bewegung, die sich solidarisch für die Menschen einsetzt, Zuflucht und Unterstützung bietet.

Wir setzen uns deshalb ein:

  • für ein Recht auf ein menschenwürdiges Asyl
  • für die Gleichstellung aller Menschen, unabhängig ihres Alters, des Geschlechts, Hautfarbe, sexueller Identität, Glauben sowie kultureller und sozialer Zugehörigkeit
  • für die Auflösung des biologischen Geschlechts als gesellschaftliche Kategorie und Statusmerkmal
  • für friedliche Konfliktlösungen und das Ende der Gewaltspirale
  • für eine Grundsicherung, von der Menschen leben können

Arbeit, Bildung, Freizeit

Ein selbstbestimmtes Leben braucht Freiheiten und Sicherheiten. Wir leben in einer Zeit, in der Arbeit sich wandelt, neu ordnet und zukünftig an Bedeutung als Mittelpunkt des täglichen Lebens verliert, auch wenn viele Menschen derzeit in prekären Arbeitsverhältnissen jeden Tag sich durchkämpfen müssen. Die Sorge um genügend Geld darf nicht im Mittelpunkt des Lebens stehen. Gute Bildung und lebenslanges Lernen sowie ausreichend Freizeit sind entscheidend für Gesundheit, kulturelle Teilhabe, für Kreativität, Ideenreichtum und gesellschaftlichen Fortschritt. Kinder, Familie und Freunde sind uns genauso wichtig wie sinnstiftende Arbeit und ein regelmäßig gezahltes Gehalt, von dem wir gut leben können.

Wir setzen uns deshalb ein:

  • für einen allgemeinen und gesetzlich geregelten Mindestlohn deutlich über der Armutsgrenze, der für alle Menschen gilt,
  • für freien und bezahlbaren Zugang zu Bildungseinrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen und kulturellen Einrichtungen,
  • für eine offene und kritische Diskussion über notwendige Inhalte, die Qualität und den Aufbau der allgemeinschulischen Bildung sowie der darauf aufbauenden beruflichen oder akademischen Aus- und Weiterbildung
  • für eine deutliche Absenkung der Wochenarbeitszeit, auch in der Ausbildung
  • für einen funktionalen und attraktiven öffentlichen Personennah- und Fernverkehr

Generationenwechsel & sichere Zukunft

Sich der Jugend anzunehmen ist heute en vogue, aber oft nicht von ausreichender Konsequenz. Wir wissen, dass wir unserer Elterngeneration viel abverlangen, doch ein Generationenwechsel ist dringend nötig. Mit Generationenwechsel meinen wir aber nicht nur die Verjüngung von Gremien in der Gewerkschaft und in den Betrieben. Wir betrachten diesen Wechsel auch ideell in Bezug auf Gesellschaft, Beteiligungsstrukturen, Ökologie und Umwelt.

Wir setzen uns deshalb ein:

  • für das Durchsetzen der Kinderrechte als Grundrecht
  • für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen
  • für ein schnelles und nachhaltiges Umdenken bei der Energiegewinnung
  • für einen ernsthaften und erfolgreichen Umweltschutz vor Verschmutzung und Vergiftung durch z.B. Fracking, Abgase, Feinstaub, …
  • für eine stärkere Verpflichtung von Unternehmen bei der Verjüngung der Belegschaften durch Übernahmequoten und Altersteilzeitmodelle
  • für ein solidarisches System der Sozialversicherungen, an dem alle, auch Unternehmen, gleichermaßen beteiligt werden
  • für die Verpflichtung in der eigenen Organisation, Jugendarbeit als gemeinschaftliche Aufgabe anzuerkennen und diese als Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft in allen Gliederungen sowie unseren Betrieben ernsthaft umzusetzen.

Jugendpolitischer Dialog

Um ernsthaft und konstruktiv die Vorstellung vom schönen Leben umzusetzen, braucht es einen kontinuierlichen Austausch mit den politischen Organisationen, die Einfluss auf die Entscheidungsprozesse in den Parlamenten nehmen können. Dazu gehören die Parteijugenden. In einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe tauscht sich die ver.di Jugend mit den Jungparteien über Themen aus, um Gemeinsamkeiten festzustellen, aber auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Positionen erkennbar zu machen.

Die Dialoge haben vorrangig zum Ziel, einen Konsens für das Zusammenleben der jungen Generation in der Zukunft zu finden. Das ist gewiss nicht immer einfach, aber oft notwendig, um die Herausforderungen zu bewältigen.

Logo der Kampagne Generation Mutmensch
Foto/Grafik: ver.di Jugend / Daniel Herold

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