JAV-Grundlagen

Alles in Ordnung? Entgeltordnung!

Alles in Ordnung? Entgeltordnung!

Alles in Ordnung? Entgeltordnung!

Da kommt großes auf uns zu: Nach nunmehr 10 Jahren ist es ver.di gelungen, mit dem Abschluss der Entgeltordnung im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber die Tarifreform im öffentlichen Dienst erfolgreich zu Ende bringen!

Zwar wurden bereits in 2005 die früheren Tarifwerke (BAT/BMT-G) durch den TVöD bzw. dem TV-L abgelöst – eine Einigung über die Eingruppierungsregelungen konnte jedoch seitdem nicht erzielt werden. Während man sich 2010 bzw. 2012 zur Eingruppierung beim Bund bzw. bei den Ländern einigte – konnte die Eingruppierung der in den Städten und Gemeinden beschäftigten Kollegen_innen erst in diesem Frühjahr geeint werden.

Entgelt – was? Entgeltordnung!
Die Entgeltordnung beschreibt die Eingruppierung von Beschäftigten – also der Zuordnung zu einer Entgeltgruppe in der Entgelttabelle des Tarifvertrags. Entscheidend für diese Zuordnung ist, welche Merkmale bei der auszuübenden Tätigkeit erfüllt sein müssen (Tätigkeitsmerkmale). Da die bisherigen, zum Teil mehr als 40 Jahre alten, Merkmale längst nicht mehr der Realität und den gestiegenen Anforderungen zahlreicher Tätigkeiten entsprachen, hat ver.di zu vielen Tätigkeitsmerkmalen gesonderte Verhandlungen geführt und deutliche Verbesserungen erreichen können!

Grundsätze der Entgeltordnung.
Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Beschäftigte mit 3-jähriger Ausbildung und entsprechender Tätigkeit sind zukünftig mindestens in Entgeltgruppe 5 eingruppiert. Ist bei einer Tätigkeit eine formale Qualifikation vorausgesetzt (Ausbildungsvoraussetzung) und wird diese nicht von den Beschäftigten erfüllt, so sind diese maximal eine Entgeltgruppe niedriger eingruppiert. Höhergruppierungen erfolgen ab März 2017 unter Beibehaltung der bereits erreichten Erfahrungsstufe – auch das ist neu und eine Verbesserung gegenüber den bisherigen Regelungen.

Das bedeutet jetzt konkret?
Zunächst einmal: Nichts! Denn alles bleibt, wie es ist! Mit den Arbeitgebern konnten wir nämlich vereinbaren, dass eine automatische Überprüfung und Neufeststellung der Eingruppierung ausgeschlossen ist! Auch ein Höhergruppierungsanspruch, der sich möglicherweise ergibt, muss durch Antrag der Beschäftigten geltend gemacht werden! Hierfür ist Zeit bis zum 31.12.2017 – die Anträge wirken dann immer auf den 01.01.2017 zurück! Die Frage, ob sich ein Antrag auf Höhergruppierung lohnt, ist nicht immer einfach zu beantworten, da hier u.a. auch ein Wegfall von Zulagen oder die Stufenlaufzeiten zu berücksichtigen sind. Deshalb sind ver.di Mitglieder besser beraten – und sollten die Frage, ob sich für sie eine Höhergruppierung ergibt und diese sich auch lohnt, gemeinsam mit ver.di klären!

Was haben jetzt JAVen damit zu tun?
Direkt eher weniger, aber Hintergrundwissen sorgt für Kompetenz. Und spätestens bei der Frage nach der Übernahme im Anschluss an die Ausbildung, spielt die Entgeltordnung eine Rolle! Also, Augen auf in den Personalratssitzungen, wenn es um die Übernahme von den Auszubildenden geht.

Fit werden in Sachen Eingruppierung? Am besten mit den Schulungen für Interessenvertretungen von ver.di b+b! Hier geht’s zu den Seminarangeboten!