JAV von A bis Z

Ü wie Übernahme

ABC für JAVen

Ü wie Übernahme

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Als Jugend- und Auszubildendenvertretung, die sich engagiert für die Interessen der Auszubildenden einsetzt, könnt ihr schnell in Konflikt mit dem Arbeitgeber kommen. Damit ihr euer JAV-Mandat ohne Angst vor beruflicher Benachteiligung oder Kündigung ausgestalten könnt, gibt es zahlreiche Schutzvorschriften. Die Übernahme für JAV-Mitglieder und aktiv gewordene Ersatzmitglieder ist im § 78a Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) bzw. § 9 Personalvertretungsgesetze (PersVG) geregelt.

Einen Anspruch auf Übernahme haben alle aktiven JAV-Mitglieder. In der Praxis kommt es immer wieder zu Streitigkeiten mit den Arbeitgebern über die Auslegung des Gesetzes für dual Studierende, da von ihrer Seite angeführt wird, dass dual Studierende nicht unter die genannten Gesetze fallen. Dies ist aber rechtlich strittig. Der Anspruch besteht auch für Ersatzmitglieder, die mindestens einmal im Jahr vor Beendigung der Ausbildung ordentlich als Ersatzmitglied tätig waren. Um dies im Streitfall nachzuweisen, sollte das Sitzungsprotokoll und die Anwesenheitsliste in jedem Fall festhalten, wenn ein Ersatzmitglied an der JAV-Sitzung teilgenommen hat.

Um euren Übernahmeanspruch geltend zu machen, müsst ihr einige formale Kriterien einhalten. Das heißt, ihr müsst euer Übernahmeverlangen innerhalb der letzten drei Monate der Ausbildung schriftlich stellen. Lasst euch den Empfang des Schreibens bestätigen. Es kann sinnvoll sein, das Schreiben möglichst spät beim Arbeitgeber eingehen zu lassen, weil ihm dadurch weniger Zeit bleibt, gegen das Übernahmeverlangen gerichtlich vorzugehen und ihr länger die Möglichkeit habt nach frei gewordenen Stellen zu suchen. Wurde das Übernahmeverlangen fristgemäß und schriftlich gestellt, gilt ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit in Vollzeit als begründet.

Der Arbeitgeber hat nur bis maximal 2 Wochen nach Ausbildungsende Zeit dagegen gerichtlich vorzugehen.