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Gute Arbeit - Gute Ausbildung

Mehr als nur ein Job!

Gute Arbeit - Gute Ausbildung

Arbeit bildet ein zentrales Element in unserer Gesellschaft. Dabei ist sie ebenso sinnstiftend wie lebensnotwendig, ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, finanzielle Unabhängigkeit und Weiterentwicklung unserer Wirtschaft. Zeitgleich verbringen wir einen großen Teil unserer Lebenszeit mit Arbeiten und sind - durch ihre zentrale gesellschaftliche Rolle - unmittelbar von ihr abhängig. Ein freies, sicheres Leben darf aber - gerade in Zeiten des enormen technischen Fortschritts und der allgegenwärtigen digitalen Weiterentwicklungen - nicht von der Sorge um Geld, Leistungsdruck und Arbeitsplatzunsicherheit dominiert werden. Darum setzen wir uns für eine lebenswerte Gemeinschaft ein, die sich durch ein sinnvolles Maß an Arbeit, Freizeit, Bildung, kultureller Teilhabe und kreativen Freiräumen auszeichnet und in der Arbeit nur einen von vielen gleichberechtigten Bestandteilen bildet. Der erste Schritt dafür ist Chancengleichheit. Der spätere Berufsweg, und damit nicht zuletzt die Ausbildung, dürfen nicht durch Faktoren wie Einkommen, soziales Umfeld oder andere äußere Faktoren bestimmt werden. Einzig der einzelne Mensch mit seinen individuellen Neigungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten soll für seinen schulischen Werdegang sowie den Ausbildungs- und Berufsweg maßgebend sein.

Gute Arbeit beginnt aber nicht erst mit der ersten Anstellung als Fachkraft, sondern bereits in der Ausbildung. Hier werden nicht nur Grundlagen fachlicher Art gelegt, sondern auch betriebliche Mitbestimmung das erste Mal erfahrbar gemacht. Die Qualität der Ausbildung in jeglicher Hinsicht ist damit nicht nur maßgeblich für das spätere Berufsleben, sondern auch für gesellschaftspolitische Teilhabe und Mitbestimmung. Die kann nur durch die kontinuierliche Kontrolle, Verbesserung und Weiterentwicklung von Ausbildungsbedingungen und  -inhalten gelingen – nicht zuletzt durch eine wesentliche Stärkung der Rolle von Jugend- und Ausbildungsvertretungen. Zusätzlich muss die duale Berufsausbildung aufgewertet werden – materiell und ideell. Durch die Vergütung jeglicher Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse unabhängig von Trägerschaft und Arbeitsinhalten, die Einführung einer Mindestausbildungsvergütung für alle Ausbildungsberufe und eine garantierte, unbefristete Übernahme in Vollzeit kann Sicherheit geschaffen werden. Doch die Berufsausbildung muss nach erfolgreichem Schulabschluss eine wirkliche Alternative zu einem Studium darstellen und soll nicht nur gewählt werden müssen, weil ein Studium unfinanzierbar oder anderweitig unerreichbar ist.

Dazu gehört nicht zuletzt, dass Ausbildungsberufe im späteren Berufsleben nicht zu gravierenden Einkommensunterschieden und erheblich unterschiedlichen Lebensstandards – im Vergleich zur akademischen Laufbahn – führen dürfen. Darum setzen wir uns für Einkommenserhöhungen zur Verringerung der Lohnunterschiede zwischen Studien- und Berufsausbildungsberufen ein. Zusätzlich muss eine stetige Kontrolle und Verbesserung von Arbeitsbedingungen gelingen – durch Stärkung von betrieblichen und gewerkschaftlichen Mitbestimmungsstrukturen und eine eindeutige, arbeitnehmer*innenfreundliche Gesetzgebung.

Nicht nur die Arbeitswelt ist im Wandel, auch die Anforderungen junger Menschen an ihre Arbeitgeber*innen verändern sich. Zur besseren Vereinbarung von Freizeit und Berufsleben fordern wir neben einer Entgeltentwicklung auch eine Erhöhung der arbeitsfreien Zeit. Außerdem müssen wir eine Individualisierung von Arbeitszeitmodellen erreichen – damit jede*r die Arbeitsbedingungen und -zeiten seinen Lebensumständen anpassen kann – und nicht umgekehrt. Dazu braucht es einen starken gesetzlichen Rahmen, der eine Flexibilisierung zu Lasten der Arbeitnehmer*innen verhindert, ebenso wie starke Gewerkschaften und betriebliche Mitbestimmungsstrukturen.